Im spätmittelalterlichen oder frühneuzeitlichen Peccia trug ein Mann oder eine Familie den mundartlichen Übernamen «Patòc» bzw. «Patocco». Der Ausdruck bezeichnete möglicherweise einen besonders echten, ausgeprägten — vielleicht auch einen derben — Menschen.
Seine Nachkommen wurden kollektiv «i Patocchi» genannt, die Leute des Patocco. Weil Familiennamen zunächst vor allem mündlich weitergegeben wurden, schrieben Pfarrer und Notare den Namen unterschiedlich: Patocho, Patochi und so fort.
Mit der zunehmenden Orientierung an der italienischen Schriftsprache setzte sich die grammatisch und orthographisch regelmässige Form «Patocchi» durch. Ein Tessiner Amtsdokument von 1801 soll sie bereits führen — welches, ist offen; der Nachweis steht noch aus.
Namensdeutung mit KI-Unterstützung erstellt.
Das Wappen neben «Patocchi» ist das der Familie Patocchi nach der Wappentafel des Patriziato di Peccia. Patriziato di Peccia
Der Familienname Schweizer ist sehr wahrscheinlich ein Herkunftsname. Gemeint war ursprünglich nicht ein «Schweizer» im heutigen nationalen Sinn, sondern ein Mensch aus Schwyz beziehungsweise aus dem Gebiet des alten Landes Schwyz. Im Mittelalter benannte man Zugezogene häufig nach ihrer Herkunft: ein Mann aus Bern wurde zum «Berner», einer aus Zürich zum «Zürcher», einer aus Schwyz zum «Schwyzer». Aus einer solchen Bezeichnung konnte mit der Zeit ein erblicher Familienname werden.
Sprachgeschichtlich ist das reizvoll, weil der Landesname Schweiz selbst aus Schwyz hervorgegangen ist: Die Bewohner von Schwyz hiessen Schwyzer; im späten Mittelalter übertrugen Aussenstehende die Bezeichnung auf die Eidgenossen insgesamt. Ein alter Familienname Schweizer steht deshalb etymologisch näher bei Schwyz als beim modernen Staatsnamen. Die Schreibweisen Switzer, Schwitzer, Schwytzer, Schwyzer, Schweitzer und Schweizer wechselten über Jahrhunderte und konnten dieselbe Person meinen.
Wann der erste Schwyzer ins Toggenburg kam, wissen wir nicht. Der Name begegnet jedoch schon 1384 bei Heinrich und Konrad «den Schwitzern», die einen Getreidezins aus einem Hof zu Müselbach bei Kirchberg erwerben. Ob sie mit den späteren Wintersberger Schwitzern verwandt waren, bleibt offen. Bemerkenswert ist, dass beide Gruppen in Rechtsgeschäften mit den Herren von Münchwil erscheinen.
Eine mögliche Geschichte führt durch die Appenzellerkriege zu Beginn des 15. Jahrhunderts. Damals gerieten auch im Toggenburg alte Herrschafts- und Schutzverhältnisse in Bewegung. Eine bereits ansässige Schwitzer-Familie könnte in dieser Zeit ihren Platz in der örtlichen Gemeinschaft gefestigt haben: durch gemeinsam verteidigte Rechte, ererbten Besitz und den Zusammenhalt mit benachbarten Familien.
1437 wird das für Wintersberg erstmals greifbar. Hans Switzer von Wintersberg gehört zu einer Gruppe von Thurtalern, die bestimmte Abgaben gegenüber den Münchwilern ablöst; in ihrem Streit berufen sich die Beteiligten ausdrücklich auf Vorgänge während der Appenzellerkriege, und die erreichte Entlastung gilt auch für ihre Nachkommen. 1447 erscheint wiederum ein Hans Schwitzer bei der Verteidigung der Wintersberger Allmendrechte — seine Gemeinschaft beruft sich dabei auf Rechtswissen, das von den Grossvätern über die Väter weitergegeben worden sei.
Die Familie dieses Stammbaums lässt sich über Kappel und St. Peterzell zurückverfolgen: Jacob Schweizer, 1716 in Kappel geboren, steht in der Vaterlinie, und ein Sohn seines Enkels Abraham kam 1786 in Wintersberg zur Welt — der Ort der mittelalterlichen Nennungen taucht hier also wieder auf. Weiter zurück führt die Linie über St. Peterzell bis zu Nef Schweizer, um 1518 geboren; diese frühen Glieder tragen jedoch alle die Stufe «wahrscheinlich».
So könnte aus einer Herkunftsbezeichnung der Name einer fest verwurzelten Toggenburger Familie geworden sein: Aus «dem Mann aus Schwyz» wurden über Generationen Schweizer aus dem Toggenburg. Der Anschluss der eigenen Linie an die Wintersberger Namensträger des 15. Jahrhunderts ist damit aber nicht bewiesen — er bleibt eine mögliche Geschichte.
Namensdeutung und die mittelalterlichen Nennungen (1384, 1437, 1447) mit KI-Unterstützung erstellt und noch nicht abschliessend belegt.
Das Wappen neben «Schweizer» ist das überlieferte Wappen der Schweizer im Toggenburg nach der Wappenkarte des Staatsarchivs St. Gallen; die direkte verwandtschaftliche Beziehung ist noch in Untersuchung. Staatsarchiv St. Gallen, ZFD 4/2.1143g